-Die kleine Versicherung in der Nachbarschaft –

Früher wurden insbesondere die Erntevorräte und das Vieh der landwirtschaftlichen Betriebe gegen Feuer und später auch gegen Strom- und Blitzschläge versichert. Mittlerweile sind die Hausrat-, Glasbruch- und Wohngebäudeversicherung die größten Sparten der Kisdorfer Gilde. Gegen Großschäden ist die Kisdorfer Gilde beim Kieler Rück und somit auch bei der Münchener Rück, rückversichert. Die Kisdorfer Gilde zeichnet sich durch äußerst günstige Konditionen in Verbindung mit einem sehr zuverlässigen Leistungsverhalten aus.

Gegründet wurde der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit bereits im 16. Jahrhundert. Damals stand Kisdorf noch unter dänischer Herrschaft. Die „Rentekammer“ in Kopenhagen hatte ein großes Interesse daran, dass die Bauern nach einem Brandfall auf ihrem Gehöft bald wieder Steuern zahlen konnten und der Hof nicht „wüst“ wurde. Deshalb veranlasste der dänische König, die Gründung von Gilden im ganzen Land, welche die Absicherung der Bauern gegen Brandschäden sicher stellten. Das System hat sich über Jahrhunderte bewährt, die Kisdorfer Gilde hat seitdem gesellschaftliche Umbrüche, verschiedene politische Systeme und mehrere Kriege erlebt und überlebt. Viele Familien aus Kisdorf und der Umgebung sind seit Jahrhunderten bei der Gilde versichert.

Der Kisdorfer Heimatforscher Ernst Kröger (Vater von Marlene Hroch, der Herausgeberin der Kisdorfer Chronik) stieß bei seinen Recherchen auf die bislang älteste urkundliche Erwähnung der Gilde: In einer Eintragung im Kirchenrechnungsbuch des Kirchspiels Kaltenkirchen (dem Caspel Koldenkerken) ist dokumentiert, dass sich ein Dyrik Schmuck aus Kisdorf am 27. April 1606 zwanzig Mark von der Kisdorfer Gilde „up rente genommen“ (ausgeliehen) hat.

Die Naturaliengilde versichert Getreide (auch auf dem Halm, also ungedroschen auf dem Feld stehend), Stroh, Heu und Futtermittel gegen Feuer. Früher wurde die gesamte Getreideernte in Korngarben eingefahren und erst nach und nach ausgedroschen. Die Scheunen und Strohböden waren randvoll mit Heu und Stroh. Silage statt Heu war noch nicht üblich. Und statt Trecker zogen Pferde sämtliche Wagen und Maschinen. Entsprechend groß waren der Futtermittelbedarf und die Bevorratung. Heute ist die Gefahr, dass ein Getreidefeld auf dem Halm abbrennt größer. Ein überhitzter Mähdrescher kann als Ursache genügen.

Jedes der Mitglieder hat auf der jährlich stattfindenden Mitgliederversammlung ein Mitspracherecht. Dort wird auch der Vorstand gewählt, der seine Tätigkeit ehrenamtlich ausübt. Der Vorstand wird von der Älterfrau Silke Ahrens-Busack geleitet, die das Amt vor einigen Jahren von ihrem verstorbenen Vater Hans-Martin Ahrens übernahm. Er hatte das Amt über 40 Jahre inne. Zur Seite stehen ihr im geschäftsführenden Vorstand der stellvertretende Ältermann Sören Oosting und die Geschäftsführerin Anja Wrage. Alle stammen aus Kisdorf. Die Gilde ist in sechs Distrikte aufgeteilt, die von den weiteren Vorstandsmitgliedern (sogenannte Schaufrauen bzw. Schaumänner) betreut werden.

Die Vorbereitungen für das große Jubiläumsfest am Abend des 15. Juni, dass die Kisdorfer Gilde zusammen mit fünf anderen Jubilaren in einem großen Festzelt feiert (112 Jahre Freiwillige Feuerwehr, 100 Jahre Chorverein, 70 Jahre DRK-Ortsverband, 50 Jahre Altenclub und 35 Jahre Landjugend) laufen auf Hochtouren.

Die Eintrittskarten gibt es bei den veranstaltenden Vereinen und natürlich auch bei der Kisdorfer Gilde. Es spielt die Musikkapelle Kisdorf und anschließend eine Live-Band. Der Eintritt kostet 10 Euro. Als besonderen Mehrwert übernimmt die Kisdorfer Gilde den Eintrittspreis für ihre Kunden (und die es werden möchten).

Eintrittskarten gibt es bis Anfang Juni in der Geschäftsstelle der Kisdorfer Gilde im Lehmkuhlen 24 im Hause von Anja und Niels Wrage. Telefon: 04193-959286.

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