Schnullerbaum an der Olen School

Posted on 17. November 2019

Schnullerbaum

Am Sonntag hatte der Deutsche Kinderschutzbund zum traditionellen Martinsmarkt eingeladen. Das Wetter spielte bestens mit und viele Besucher trafen sich an der Olen School, wo es Wurst, armenische Teigtaschen und alkoholfreien Punsch gab. In der Olen School wurde Kaffee und selbstgebacker Kuchen und Torte angeboten, die reißenden Absatz fanden. In den hinteren Räumen wurde eine Vielfalt an selbstgefertigten Produkten dargeboten, z.B. kindersichere Kuscheltiere, Grußkarten, Marmeladen und Honig und bemalte Holzarbeiten. Wie jedes Jahr wurde auch wieder eine Tombola mit tollen Preisen veranstaltet, die Lose waren schon am frühen Nachmittag ausverkauft.

Um 15 Uhr wurde dann der Schnullerbaum feierlich seiner Bestimmung übergeben.Frau Jenning, die Vorsitzende des DKSB, erklärte ausführlich, was es mit diesem Baum auf sich hat. Es ist ein kleiner, besonders veredelter Ahorn, an dessen Äste die Kinder IHREN Schnuller aufhängen dürfen, um sich dann dauerhaft davon zu trennen. Diese Tradition kommt ursprünglich aus Dänemark, wo bereits 1920 der erste Schnullerbaum diesem Zweck geweiht wurde. Unser Bürgermeister Wolfgang Stolze wünschte dem Baum ein gutes Wachstum und hoffte, dass im nächsten Jahr zum Martinsmarkt mindestens 25 Schnuller daran hängen würden. Der Baum wurde von der Gemeinde gespendet, dafür bedankte sich Frau Jenning beim Bürgermeister und bei Familie Heberle, die das schöne Holzschild dazu fertigten.

Schnullerbaum in Kisdorf

Einwohnerversammlung 28.10.2019

Posted on 17. November 2019

Posted on 2. November 2019

Liebe Kisdorferinnen, liebe Kisdorfer,

aus gegebenem Anlass möchten wir ein paar Worte an Sie richten.Kisdorf ist eine sehr lebenswerte Gemeinde und wir wohnen gerne hier. Natürlich gibt es immer irgendwo etwas zu verbessern und Mängel zu beseitigen, wir arbeiten stetig daran.

In letzter Zeit aber gab es gehäuft Fälle von Vandalismus im Ort, es wurde beschädigt, beschmiert und zerstört. In diesem Zusammenhang geht es dann auch in den sozialen Medien weiter, es wird gedroht, gehetzt und mit zwielichtigen Beiträgen die Stimmung weiter angeheizt.
Über dieses Vorgehen sind wir erschüttert! In unserem demokratischen System gibt es immer Möglichkeiten des Gesprächs und der Lösungen. Dafür sind wir offen, denn wir haben vier Ausschüsse, die regelmäßig tagen, die Gemeindevertretung, die Bürgermeistersprechstunde und das Amt Kisdorf, an die sich jeder mit seinen Einwänden oder Sorgen wenden kann.

Gemeinsam sollten wir Kisdorfer Bürgerinnen und Bürger der Gewalt und dem Vandalismus begegnen wo wir können. Wir verurteilen grundsätzlich jede Form von Gewalt gegen Personen, Tiere und Sachen und selbstverständlich auch Selbstjustiz. Ebenso ist verbale Gewalt und Hetze im Netz völlig überflüssig.

Ihr Bürgermeister, Ihre Gemeindevertreter und alle politisch ehrenamtlich Tätigen.

BEKANNTMACHUNG der Gemeinde Kisdorf

Posted on 17. Oktober 2019

Denkmal Margarethenhoff

Posted on 13. Oktober 2019

Völlig überraschend erhielt der Bürgermeister unserer Gemeinde ein Schreiben vom Landesamt für Denkmalpflege.
Der Margarethenhoff steht ab 20.September dieses Jahres unter Denkmalschutz.
Was bedeutet das? Nun, zunächst einmal heißt es, dass das Erscheinungsbild des Gebäudes nicht verändert werden darf.
Das betrifft das Gemäuer, die Fenster, das Dach und die dem Gebäude zugehörigen Teile, die prägend sind.
Wird eine Reparatur notwendig, so darf auch diese nur gemäß den Richtlinien des Amtes ausgeführt werden.
Das trifft für den Margaretenhoff sowohl für das Äußere als auch für das Innere des Gebäudes zu.

Als eines der ältesten Gebäude Kisdorfs hat die Gemeinde und sicher auch wir alle ein Interesse daran, dieses schöne und historische Gebäude so zu erhalten, wie es ist.
Jetzt, da es unter Denkmalschutz steht, besteht auch die Möglichkeit Fördergelder und Zuschüsse zu bekommen, wenn z.B. eine größere Reparatur ansteht.
Denkmalschutz verfolgt das Ziel, Denkmale dauerhaft zu erhalten.

Jeder, der schon einmal eine Feier, eine Versammlung, eine Veranstaltung miterlebt oder gut im integrierten Restaurant Pellegrini essen war, der wird sicher dieses außergewöhnliche Ambiente zu schätzen wissen.

Es ist ein lebendiges Bild der Baukunst und Lebensweise vergangener Zeiten.
Karl von Habsburg: „Kulturgüter sind ein Teil der Identität der Menschen, die an einem bestimmten Ort leben.
Zerstört man ihre Kultur, so zerstört man damit auch ihre Identität.
Viele Menschen werden entwurzelt, haben oft keine Perspektiven mehr und flüchten in der Folge aus ihrer Heimat.“

Margaretenhoff4

Gedenktafel für den Erschossenen Josef Tichy in Kisdorf Feld–Bild des Erschossenen entwendet

Wie bekannt, wurde am 13.06.2019 in Kisdorf-Feld die Gedenktafel errichtet, die an den Mord an Josef Tichy erinnert, der im April 1945 von einem SS-Wachsoldaten auf dem Weg in das Arbeitslager Nordmark erschossen wurde.

Vor 8 Tagen wurde diese Gedenktafel von Unbekannten mit brauner Farbe beschmiert, die Tafel wurde umgehend gereinigt.

Entsetzen und Abscheu gestern darüber, dass dieses Mail das Bild von Joseph Tichy entwendet und versucht wurde, die Gedenktafel komplett aus dem Boden zu reißen. Irgendjemand scheint etwas gegen diese Gedenktafel zu haben. Der oder die Täter, die diese Tat begangen haben, sind bislang unbekannt. Wer nur hat Spaß an dieser Art der Zerstörungswut und was möchte/n der/die Täter damit ausdrücken? Viele Menschen im Ort sind erschüttert über diese Handlung.

Bürgermeister Stolze bekräftigte nochmals seinen Unmut und Unverständnis über diese Straftat, denn um eine solche handelt es sich in diesem Falle. Erneut wurde daher Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt.

Die Initiatoren, u.a. die Biographiegruppe „Todesmarsch Hamburg – Kiel 1945“ als auch Marlene und Hans-Jürgen Hroch (Archiv Kisdorf) geben nicht auf. Es wird eine neue Tafel angebracht. Die Zweite.

Wer etwas beobachtet hat oder Hinweise geben kann, wende sich an die Polizei oder Bürgermeister Stolze in Kisdorf.

Kisdorf, 15.07.2019

Gastbeitrag von Astrid Joachim

Unbekannte beschmieren Gedenktafel für den Erschossenen Josef Tichy

Am 13.06.2019 wurde in Kisdorf-Feld die Gedenktafel für den Mord an Josef Tichy errichtet, der im April 1945 von einem SS-Wachsoldaten auf dem Weg in das Arbeitslager Nordmark erschossen wurde.

beschmiertes Denkmal
Nicht zu fassen am gestrigen Tag, dass diese Gedenktafel von Unbekannten geschändet wurde. Mit brauner Farbe wurden sowohl das Foto des Mannes als auch der Text, der auf diese schreckliche Tat hinweist, beschmiert. Vermutlich wollten hier Menschen mit rechter Gesinnung auf sich aufmerksam machen. Diese Personen haben sich scheinbar nicht mit der jüngeren Geschichte befasst und nicht begriffen, was Krieg bedeutet und welche Gräueltaten in dieser Zeit geschehen sind. Auf diese furchtbaren Geschehnisse möchte u.a. die Gedenktafel Josef Tichys erinnern, damit auch in Zukunft die Demokratie unseres Landes bewahrt bleibt.
Die Tafel wurde zwischenzeitlich gereinigt.

Es handelt sich hier um Vandalismus und damit um eine Straftat. Strafanzeige wurde zwischenzeitlich erstattet, so Bürgermeister Wolfgang Stolze.
Hinweise auf die Täter nehmen die Polizei als auch Bürgermeister Stolze entgegen.

Kisdorf, 09.07.2019

Gastbeitrag von Astrid Joachim

Jubiläumsfest 2019

Posted on 18. Juni 2019

Jubiläumsfest 2019 – Kisdorfer Vereine – am Sonnabend, 15.06.2019

 Sechs Kisdorfer Vereine luden zu ihrem Jubiläumsfest ein – und viele, viele kamen. Zu Beginn der Veranstaltung wurde ein Glas Sekt bzw. Orangensaft gereicht, so dass alle Besucher gut eingestimmt wurden.

Die sechs Vereine hatten miteinander besprochen, gemeinsam ein großes Fest zu feiern – und dies ist in der Tat sehr gut gelungen.

Die Landjugend Kisdorf feiert in diesem Jahr ihren 35. Geburtstag, der Altenclub kann auf 50 Jahre zurückblicken, der DRK Ortsverband besteht seit 70 Jahren, der Chor Verein seit 100 Jahren, die Freiwillige Feuerwehr ist seit 112 Jahren am Ort und die Kisdorfer Gilde ist mit dem 425. Geburtstag das älteste Geburtstagskind.

Am Stocksberg war ein großes Zelt errichtet, in dem 600 Personen Platz fanden. Den Auf- und Abbau des Zeltes übernahm größtenteils die Landjugend, aber auch die Mitglieder der einzelnen Vereine packten am Tag nach der Veranstaltung kräftig beim Abbau mit an.

Die vielen „stillen“ und fleißigen Helfer und Sponsoren, ohne die ein solch großes Fest nicht möglich gewesen wäre, dürfen bei allem nicht unerwähnt bleiben. Blumengirlanden wurden gebunden, Blumendekorationen gesteckt, damit sich das Zelt in einem schönen Gewand zeigen konnte. Alle haben nach Aussagen des Organisationsteams – jeder auf seine Weise – Kreativität, Hilfe und Unterstützung eingebracht.

Nicht zu vergessen sei hier Andreas Pingel mit seinen Söhnen, die zur Stelle waren, als der Strom mehrere Male ausfiel.

Am Vorabend des Jubiläumsfestes richtete die Landjugend eine große Zeltdisco aus.

Nachdem der Chor Verein Kisdorf bereits am Nachmittag des Tages im gut besuchten Margarethenhoff ein Festkonzert gaben, luden die Vereine am Samstagabend ab 20 Uhr zum großen Jubiläumsfest ein. Die Musikkapelle Kisdorf eröffnete mit einem bunten Musikprogramm den Abend.

Bürgermeister Wolfgang Stolze begrüßte um 20 Uhr die anwesenden Gäste, stellte die Tätigkeiten der einzelnen Vereine vor und fand für die wertvolle Arbeit der vielen Ehrenamtlichen innerhalb dieser Organisationen wertschätzende Worte. Er gab einen Überblick über die Geschichte des jeweiligen Vereins und wünschte allen weiterhin viel Erfolg für ihre wichtigen Aufgaben innerhalb Kisdorfs.

Die Band „Die Doppelzentner“ unterhielt alle Altersgruppen mit einem Potpourri von Melodien für alle Generationen und viele der anwesenden Gäste tanzte fröhlich und ausgelassen zur dargebotenen Musik. Der Zeltwirt hatte mit einer guten Mannschaft tatkräftige Unterstützung und für das leibliche Wohl waren vor dem Zelt einige Stände aufgebaut. Die Einradgruppe des Schmalfelder SV saß mit 6 jungen Damen fest im Sattel und präsentierte beeindruckend diesen besonderen Sport .

Es ist den Veranstaltern dieses Jubiläumsfestes wunderbar gelungen, an diesem Abend Jung und Alt zusammenzubringen und man verbrachte gemeinsam nette Stunde. Besonders schön war zu beobachten, dass viele ältere Bürger den Abend scheinbar sehr genossen und bis in den späten Abend zu Gast waren.

Die Musik fand so guten Anklang, dass bis weit nach Mitternacht getanzt wurde. Dabei zeigten sich Bürgermeister Stolze und seine Frau als eifrige Tänzer.

Ein gelungener Abend des „Jubiläumsfestes 2019“ in Kisdorf. Allen, die zum Erfolg dieses schönen Abends beigetragen haben, auf diesem Wege ein herzliches Dankeschön – und vielleicht dürfen wir uns in anderer Form auf weitere wunderbare Veranstaltungen in Kisdorf freuen.

Gastbeitrag von Astrid Joachim

Gedenktafel Josef Tichy

Posted on 16. Juni 2019

Errichtung einer Gedenktafel am 13.06.2019 zum Gedenken an den Mord an Josef Tichy –

Erschossen auf dem Todesmarsch im April 1945 von Hamburg nach Kiel in Kisdorf-Feld

Am 12 April 1945 wurde das Gestapogefängnis Kola-Fu in Hamburg-Fuhlsbüttel geräumt und die Häftlinge wurden gezwungen, in mehreren Kolonnen nach Kiel zum dortigen „Arbeitserziehungslager Nordmark“ zu marschieren. In einer dieser Marschkolonnen befand sich Josef Tichy.

Durch eine Augenzeugin ist bekannt, was sich an seinem Todestag an der Ulzburger Gemeindegrenze in Kisdorf-Feld „beim Gehöft des Otto Braasch“ zugetragen haben soll: Einer der Häftlinge war Josef Tichy, der schon bei der Verurteilung als geschwächt beurteilt war und vor Erschöpfung nicht mehr marschieren konnte. Er wurde von einem SS-Wachposten erschossen, dieser Wachposten soll den Toten auch getreten haben. Joseph Tichy wurde anschließend im Straßengraben verscharrt.

Später wiesen britische Besatzungsoffiziere Kisdorfer „Nazi-Größen“ an, den Toten auszugraben und ihn auf dem ev. Friedhof in Kaltenkirchen zu bestatten. Dies geschah im Juli 1945. Im Februar 1968 wurde Tichy mit Josef Beck und Hugo Kochendörffer, die ebenfalls am 13. April 1945 auf dem Todesmarsch erschossen wurden, in die Reihe eins für die Opfer der NS-Herrschaft umgebettet.

Der Mord an Tichy wurde nie – weder von deutscher noch britischer Seite – strafrechtlich verfolgt.

Im Rahmen einer Feierstunde am 13.06.2019 würdigte Bürgermeister Wolfgang Stolze den Erschossenen Joseph Tichy und fand in seiner Ansprache mahnende Worte, dass sich Derartiges nie wiederholen möge. An der Stelle, an der Tichy erschossen wurde, versammelten sich zahlreiche Bürger, Vertreter der örtlichen Parteien, Mitglieder der Biographiegruppe Todesmarsch Hamburg Kiel April 1945, Hans-Jürgen u. Marlene Hroch (Archiv des Amtes Kisdorf), Pastorin Christiane Ellger u.a.m., um an dieser Stunde teilzunehmen und der Enthüllung der Gedenktafel beizuwohnen. Aufklärende, erinnernde und würdigende Worte wurden zu Ehren des Toten gefunden. Auch der Nachfahre eines der Teilnehmer dieses Todesmarsches, Fred Zimmak, nahm an der Stunde teil, sprach über die Erinnerungen, die er von seinem Vater gehört hatte, und verlas ein berührendes Gedicht seiner Ehefrau zum Thema „Vergangenheit….“.

Schüler der Kisdorfer Schule haben im Rahmen einer Arbeit Details über Joseph Tichy zusammengetragen, das Thema vertieft und als Collagen präsentiert.

Nicht zuletzt wurde die würdige Gedenkstunde durch Hans-Joachim Wehmeyer und zwei jungen Violinisten musikalisch untermalt.Gedenken und Erinnerung – Pastorin Ellger schloss die Feierstunde mit einem Gebet ab und lud die Anwesenden in die Friedenskirche in Kisdorf zu Kaffee und Kuchen ein.

Den Abschluss bildete die feierliche Enthüllung der Gedenktafel, die an den Todesmarsch aber auch an das Opfer, Joseph Tichy, erinnern soll. Die niedergelegten Sommerblumen umrahmen die Stelle des furchtbaren Geschehens.

Die Gedenkstunde vermittelte den Anwesenden einen Einblick in dieses traurige Kapital deutscher Vergangenheit in Kisdorf, das vor knapp 75 Jahren mit diesem Todesmarsch auf Kisdorfer Gebiet Geschichte bleibt und nicht vergessen werden darf.

Gastbeitrag von Astrid Joachim

425 Jahre Kisdorfer Gilde

Posted on 12. Mai 2019

-Die kleine Versicherung in der Nachbarschaft –

Früher wurden insbesondere die Erntevorräte und das Vieh der landwirtschaftlichen Betriebe gegen Feuer und später auch gegen Strom- und Blitzschläge versichert. Mittlerweile sind die Hausrat-, Glasbruch- und Wohngebäudeversicherung die größten Sparten der Kisdorfer Gilde. Gegen Großschäden ist die Kisdorfer Gilde beim Kieler Rück und somit auch bei der Münchener Rück, rückversichert. Die Kisdorfer Gilde zeichnet sich durch äußerst günstige Konditionen in Verbindung mit einem sehr zuverlässigen Leistungsverhalten aus.

Gegründet wurde der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit bereits im 16. Jahrhundert. Damals stand Kisdorf noch unter dänischer Herrschaft. Die „Rentekammer“ in Kopenhagen hatte ein großes Interesse daran, dass die Bauern nach einem Brandfall auf ihrem Gehöft bald wieder Steuern zahlen konnten und der Hof nicht „wüst“ wurde. Deshalb veranlasste der dänische König, die Gründung von Gilden im ganzen Land, welche die Absicherung der Bauern gegen Brandschäden sicher stellten. Das System hat sich über Jahrhunderte bewährt, die Kisdorfer Gilde hat seitdem gesellschaftliche Umbrüche, verschiedene politische Systeme und mehrere Kriege erlebt und überlebt. Viele Familien aus Kisdorf und der Umgebung sind seit Jahrhunderten bei der Gilde versichert.

Der Kisdorfer Heimatforscher Ernst Kröger (Vater von Marlene Hroch, der Herausgeberin der Kisdorfer Chronik) stieß bei seinen Recherchen auf die bislang älteste urkundliche Erwähnung der Gilde: In einer Eintragung im Kirchenrechnungsbuch des Kirchspiels Kaltenkirchen (dem Caspel Koldenkerken) ist dokumentiert, dass sich ein Dyrik Schmuck aus Kisdorf am 27. April 1606 zwanzig Mark von der Kisdorfer Gilde „up rente genommen“ (ausgeliehen) hat.

Die Naturaliengilde versichert Getreide (auch auf dem Halm, also ungedroschen auf dem Feld stehend), Stroh, Heu und Futtermittel gegen Feuer. Früher wurde die gesamte Getreideernte in Korngarben eingefahren und erst nach und nach ausgedroschen. Die Scheunen und Strohböden waren randvoll mit Heu und Stroh. Silage statt Heu war noch nicht üblich. Und statt Trecker zogen Pferde sämtliche Wagen und Maschinen. Entsprechend groß waren der Futtermittelbedarf und die Bevorratung. Heute ist die Gefahr, dass ein Getreidefeld auf dem Halm abbrennt größer. Ein überhitzter Mähdrescher kann als Ursache genügen.

Jedes der Mitglieder hat auf der jährlich stattfindenden Mitgliederversammlung ein Mitspracherecht. Dort wird auch der Vorstand gewählt, der seine Tätigkeit ehrenamtlich ausübt. Der Vorstand wird von der Älterfrau Silke Ahrens-Busack geleitet, die das Amt vor einigen Jahren von ihrem verstorbenen Vater Hans-Martin Ahrens übernahm. Er hatte das Amt über 40 Jahre inne. Zur Seite stehen ihr im geschäftsführenden Vorstand der stellvertretende Ältermann Sören Oosting und die Geschäftsführerin Anja Wrage. Alle stammen aus Kisdorf. Die Gilde ist in sechs Distrikte aufgeteilt, die von den weiteren Vorstandsmitgliedern (sogenannte Schaufrauen bzw. Schaumänner) betreut werden.

Die Vorbereitungen für das große Jubiläumsfest am Abend des 15. Juni, dass die Kisdorfer Gilde zusammen mit fünf anderen Jubilaren in einem großen Festzelt feiert (112 Jahre Freiwillige Feuerwehr, 100 Jahre Chorverein, 70 Jahre DRK-Ortsverband, 50 Jahre Altenclub und 35 Jahre Landjugend) laufen auf Hochtouren.

Die Eintrittskarten gibt es bei den veranstaltenden Vereinen und natürlich auch bei der Kisdorfer Gilde. Es spielt die Musikkapelle Kisdorf und anschließend eine Live-Band. Der Eintritt kostet 10 Euro. Als besonderen Mehrwert übernimmt die Kisdorfer Gilde den Eintrittspreis für ihre Kunden (und die es werden möchten).

Eintrittskarten gibt es bis Anfang Juni in der Geschäftsstelle der Kisdorfer Gilde im Lehmkuhlen 24 im Hause von Anja und Niels Wrage. Telefon: 04193-959286.